24.06. 18 Uhr! Kundgebung: "BAföG jetzt sichern, Bildungsgerechtigkeit schaffen" zusammen mit den GRÜNEN, SPD, die Linke sowie GEW und SDS
Der AStA Bonn ruft zu einer Kundgebung anlässlich der Absage der Bundesregierung zu der bereits zugesagten BAföG-Erhöhung auf als Teil von NRW-weit stattfindenden Protestaktionen der Studierendenschaften. Die Kundgebung findet am 24.06. um 18 Uhr vor der Abteilungsbibliothek MNL, Friedrich-Hirzebruch-Allee 4, statt.
Das Zugeständnis der Bundesregierung zu einer Anpassung des BAföG-Satzes wird nun wieder zurückgenommen. Dabei sind über ein Drittel der Studierenden armutsgefährdet [1]. Mieten und Lebenshaltungskosten steigen immer weiter, schon längst reichen die BAföG-Sätze nicht mehr für die aktuelle Lebensrealität. Hier in Bonn liegt die Durchschnittsmiete für ein WG-Zimmer bei 540€[2], und damit immer noch 100€ teurer als die angedachte, erhöhte Wohnkostenpauschale von 440€!
"Studierende können den Gürtel einfach nicht mehr enger schnallen. Zwei Drittel der Studierenden arbeiten bereits, weil es sonst nicht zum Leben reicht. Das kostet auch Zeit zum Lernen oder Nachbereiten, sodass man den Abschluss in Regelstudienzeit riskiert. Und wenn wir die überschreiten, sind wir raus aus dem BAföG und ganz schnell in dem Knebel-Kredit und starten mit noch mehr Bildungsschulden in den Beruf.", sagt AStA-Vorsitzende Pauline Kalle.
Die beschlossene Erhöhung des BAföGs würde wenigstens einen ersten Schritt Richtung Sicherung des Existenzminimums gehen, denn selbst der BAföG-Höchstsatz liegt noch immer darunter.[3]
Die BAföG-Erhöhung darf nicht auf ein Minimum reduziert oder erneut verschoben werden. BAföG ist das zentrale Instrument zur sozialen Öffnung der Hochschulen. Der Zugang zu einem Studium darf kein Luxus sein und auch nicht vom Einkommen der Eltern abhängen.
„Gerade in Bonn müssen Studierende schon heute enorm hohe Lebenshaltungskosten stemmen. Ohne eine Unterstützung durch höhere BAföG-Sätze wird ein Studium für junge Menschen ohne Eltern mit entsprechendem Einkommen unmöglich. Deshalb setzen wir uns im Bundestag dafür ein, dass die vereinbarte BAföG-Erhöhung umgesetzt wird und nicht durch Sparfantasien der CSU gefährdet wird.“ meinen die Vorsitzenden der Bonner SPD, Lisa Glaremin und Leon Schwarze, zur aktuellen Debatte.
Und auch die Direktkandidatin zur Landtagswahl im Wahlkreis Bonn 2 und Mitglied im Schulausschusses, Lilly König, hat eine ähnliche Meinung: „Die Wissenschaftsministerin verhöhnt Studierende, die bereits jetzt hart arbeiten, um sich gerade so über Wasser zu halten. Das Bafög muss erhöht und den tatsächlichen Lebenshaltungskosten von heute angepasst werden! Aber das alleine reicht nicht: das Bafög scheitert aktuell daran, Menschen gerechte Bildungschancen zu ermöglichen. Die Förderung muss eltern- und altersunabhängig, weniger bürokratisch und als Vollzuschuss bezahlt werden!“
Sebastian Hildebrand, Vorsitzender der Bonner GRÜNEN, sagt: „BAföG ist keine Wohltat, sondern eine Investition in die Zukunft des Landes. Junge Menschen müssen nach Talent und Interesse studieren können – nicht nach Kontostand der Eltern oder Mietspiegel der Stadt. Wer bei Bildung spart, spart an Fachkräften, Innovation und sozialem Zusammenhalt. Dass Studierende vertröstet werden, während für kurzfristige Wahlversprechen wie einen Tankrabatt Milliarden bereitstehen, ist ungerecht.“
„Unterzeichnet die Petition der GEW ‚Versprochen ist versprochen – BAföG jetzt retten‘! Die geplante BAföG-Reform der Bundesregierung steht auf der Kippe. Eine Petition, zu deren Initiatoren auch der DGB und die GEW gehören, fordert, Bedarfssätze und die Wohnkostenpauschale wie versprochen endlich zu erhöhen.“ erklärt Rolf Haßelkus, Vorsitzender GEW Bonn, und ruft zur Unterzeichnung des Gesuchs auf.
Am 24.06. finden in NRW dezentrale Aktionen der Studierendenschaften statt. In Bonn werden sich auch die Parteien SPD, die Linke, die GRÜNEN, sowie die Gewerkschaft GEW und die Hochschulgruppe SDS.dieLinke mit Beiträgen an der Kundgebung beteiligen.
Kommt am 24.06. vorbei, gemeinsam stehen wir für gerechte Bildung und die zugesagte BAföG-Erhöhung ein!
[1]: https://www.studierendenwerke.de/beitrag/36-armutsbetroffene-studierende, zul. abgerufen 10.06.2026.
[2]: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1420229/umfrage/miete-wg-zimmer-in-deutschen-staedten/, zul. abgerufen 10.06.2026.
